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Vollkaufleute

Mit Inkrafttreten des Handelsrechtsreformgesetzes gibt es keine unterschiedlichen Kaufmannsbegriffe mehr. Kaufmann ist jeder, der ein gewerbliches Unternehmen betreibt und entweder zur Eintragung ins Handelsregister aufgrund des Umfanges seines Geschäftsbetriebes verpflichtet ist oder sich freiwillig hat eintragen lassen. Diese Eintragungsoption besteht für alle Kleingewerbetreibenden, Einzelunternehmer und BGB-Gesellschaften. Kaufleute sind immer ins Handelsregister eingetragen. Nicht eingetragene Unternehmen sind keine Kaufleute. Freiberufler können keine Kaufleute werden, da sie nicht als Gewerbetreibende gelten.

Kaufleute unterliegen besonderen Rechten und Pflichten, da bei ihnen vorausgesetzt wird, dass sie die handelsüblichen Gepflogenheiten kennen. So muss ein Kaufmann beispielsweise eine Ware sofort nach Erhalt auf Qualität und Vollständigkeit überprüfen und Mängel sofort anzeigen. Eine spätere Reklamation ist nicht möglich. Eine weitere Bestimmung aus dem Handelsrecht besagt, dass Schweigen unter Kaufleuten Zustimmung signalisiert. Kaufleute müssen auf Geschäftsbriefe sofort reagieren, wenn sie mit dem Inhalt nicht einverstanden sind. Ansonsten erklären sie ihr Einverständnis. Unter Kaufleuten gilt weiterhin, dass mündliche Absprachen nicht der schriftlichen Form bedürfen, um rechtskräftig zu werden. Für Kaufleute gilt das gesamte Handelsgesetzbuch.

Kaufleute sind:

  • Einzelunternehmer, die entweder ein Handelsgewerbe in gröÃerem Umfang betreiben (und einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb benötigen) oder sich freiwillig eintragen lassen
  • Gesellschafter einer OHG und KG (auch wenn die OHG oder KG aufgrund freiwilliger Eintragung entstanden ist
  • die GmbH und die AG (Kapitalgesellschaften sind immer Kaufleute kraft Rechtsform).